13-12-2008, 04:02
Weihnachtszeit, Konsumzeit. Ganz klar. Das hat vor allem in Japan Bedeutung. Dem wohl konsumfreudigsten Land der Welt. Wie immer beziehe ich mich vor allem auf Tokyo und die Kantoebene.
Weihnachten existiert hier nur aus einem Grund: eine perfekte Gelgenheit den Konsum anzukurbeln. Die Halloween-Deko wird direkt durch Weihnachtsdeko ersetzt.
[Kleiner Einschub: Wenn ich die Kohle haette, wuerde ich die Marketingabteilung der Kaufhaeuser aufsuchen und Ostern als naechsten Import vorschlagen. Perfekt fuer Japan. Niedliche Haeschen und bunte Eier. Natuerlich waere ich Hauptimporteur und technischer Berater. Wuerde mich wahrscheinlich dumm und dusselig verdienen.]
Dann wird wochenlang einer auf Weihnachten gemacht. An Weihnachten selber ist dann irgendwie gar nichts. Da bereitet man sich schon auf das -wenigstens originaere- Neujahr vor.
Aber zurueck zum Konsum. Ich habe noch nie eine Gesellschaft erlebt, die so extrem auf Trends anspringt. Ist etwas "in", wird es gekauft. Keine Frage, ob man es braucht oder nicht. Auch werden selten Dinge repariert. Etwas Neues muss her. Das mag zum Teil daran liegen, dass die Leute einfach keine Zeit haben, Dinge zu reparieren. Aber selbst bei einfachsten Defekten kommt was Neues her. Man hat fast das Gefuehl ein Defekt wird herbeigesehnt, um Gelegenheit fuer einen Neukauf zu haben.
Muss allerdings sagen, dass ich in der Hinsicht in das andere Extrem umschlage. Ich versuche Dinge bis Ultimo zu verwenden und danach schlachte ich sie nach brauchbaren Teilen aus. Bin auf eure Meinung gespannt.
Der ganze Konsum fuehrt natuerlich zu einem gigantischen Warenangebot. Beispielsweise ein dreissig Meter langer Gang in einem Elektronikkaufhaus beidseitig von oben bis unten mit Computermaeusen behangen. Hunderte, tausende. Wie soll man da die richtige finden? Ganz einfach. In Japan sind Charts sehr beliebt. Eine grosse "1" fuer das -angeblich- meistverkaufte Exemplar. Es folgt natuerlich die "2" und "3". Ob das bei Festplatten z.B viel Sinn macht ist zweifelhaft. Schliesslich gibt es verschiedene Anwenderprofile. Aber man kann sich damit nicht auseinandersetzen. Keine Zeit. Also greift man zu dem Produkt mit der "1" oder "2" oder "3".
Letzthin habe ich das sogar in einem Kombini (convenience store, 7-11 und aehnliche) gesehen. Das ist die Nummer-1-Suessigkeit, das Nummer 2 und dies Nummer 3.
Das Warenangebot ist zu gross. Man kann sich nicht entscheiden, was das beste ist. Fuer eine Recherche fehlt die Zeit. Also greift man zur Empfehlung des Ladens.
Die Fokusierung auf Konsum erklaert wahrscheinlich auch die vielen Sammler, die es in Japan gibt. Gerade Spielzeug eignet sich ja hervorragend dafuer. Die Branche stellt sich darauf ein und stellt limitierte Editionen am laufenden Band her. Das ist natuerlich eine Ausbeutung, weil der Markt ja kuenstlich verfaelscht wird. Ist egal. Die Sammler springen darauf an und kaufen den Kram. Das unterscheidet sich nicht allzusehr von einem Dealer-Junkie-Verhaeltnis. Wer einmal einen spezialisierten Laden (teilweise in der Groesse eines kleinen Kaufhauses) gesehen hat, wird verstehen, was fuer eine Potential dieser Markt hat.
Wie immer: Bin gespannt auf eure Meinung, Sichtweise und Fragen.
Hoffe ihr habt eine etwas ruhigere Zeit zwischen den Jahren als ich es hier haben werde. Und ich hoffe, ihr habt viel Schnee; denn es gibt nichts besseres als durch einen tief verschneiten Wald zu spazieren und alles ist ruhig und kein Gedraenge.
Weihnachten existiert hier nur aus einem Grund: eine perfekte Gelgenheit den Konsum anzukurbeln. Die Halloween-Deko wird direkt durch Weihnachtsdeko ersetzt.
[Kleiner Einschub: Wenn ich die Kohle haette, wuerde ich die Marketingabteilung der Kaufhaeuser aufsuchen und Ostern als naechsten Import vorschlagen. Perfekt fuer Japan. Niedliche Haeschen und bunte Eier. Natuerlich waere ich Hauptimporteur und technischer Berater. Wuerde mich wahrscheinlich dumm und dusselig verdienen.]
Dann wird wochenlang einer auf Weihnachten gemacht. An Weihnachten selber ist dann irgendwie gar nichts. Da bereitet man sich schon auf das -wenigstens originaere- Neujahr vor.
Aber zurueck zum Konsum. Ich habe noch nie eine Gesellschaft erlebt, die so extrem auf Trends anspringt. Ist etwas "in", wird es gekauft. Keine Frage, ob man es braucht oder nicht. Auch werden selten Dinge repariert. Etwas Neues muss her. Das mag zum Teil daran liegen, dass die Leute einfach keine Zeit haben, Dinge zu reparieren. Aber selbst bei einfachsten Defekten kommt was Neues her. Man hat fast das Gefuehl ein Defekt wird herbeigesehnt, um Gelegenheit fuer einen Neukauf zu haben.
Muss allerdings sagen, dass ich in der Hinsicht in das andere Extrem umschlage. Ich versuche Dinge bis Ultimo zu verwenden und danach schlachte ich sie nach brauchbaren Teilen aus. Bin auf eure Meinung gespannt.
Der ganze Konsum fuehrt natuerlich zu einem gigantischen Warenangebot. Beispielsweise ein dreissig Meter langer Gang in einem Elektronikkaufhaus beidseitig von oben bis unten mit Computermaeusen behangen. Hunderte, tausende. Wie soll man da die richtige finden? Ganz einfach. In Japan sind Charts sehr beliebt. Eine grosse "1" fuer das -angeblich- meistverkaufte Exemplar. Es folgt natuerlich die "2" und "3". Ob das bei Festplatten z.B viel Sinn macht ist zweifelhaft. Schliesslich gibt es verschiedene Anwenderprofile. Aber man kann sich damit nicht auseinandersetzen. Keine Zeit. Also greift man zu dem Produkt mit der "1" oder "2" oder "3".
Letzthin habe ich das sogar in einem Kombini (convenience store, 7-11 und aehnliche) gesehen. Das ist die Nummer-1-Suessigkeit, das Nummer 2 und dies Nummer 3.
Das Warenangebot ist zu gross. Man kann sich nicht entscheiden, was das beste ist. Fuer eine Recherche fehlt die Zeit. Also greift man zur Empfehlung des Ladens.
Die Fokusierung auf Konsum erklaert wahrscheinlich auch die vielen Sammler, die es in Japan gibt. Gerade Spielzeug eignet sich ja hervorragend dafuer. Die Branche stellt sich darauf ein und stellt limitierte Editionen am laufenden Band her. Das ist natuerlich eine Ausbeutung, weil der Markt ja kuenstlich verfaelscht wird. Ist egal. Die Sammler springen darauf an und kaufen den Kram. Das unterscheidet sich nicht allzusehr von einem Dealer-Junkie-Verhaeltnis. Wer einmal einen spezialisierten Laden (teilweise in der Groesse eines kleinen Kaufhauses) gesehen hat, wird verstehen, was fuer eine Potential dieser Markt hat.
Wie immer: Bin gespannt auf eure Meinung, Sichtweise und Fragen.
Hoffe ihr habt eine etwas ruhigere Zeit zwischen den Jahren als ich es hier haben werde. Und ich hoffe, ihr habt viel Schnee; denn es gibt nichts besseres als durch einen tief verschneiten Wald zu spazieren und alles ist ruhig und kein Gedraenge.
aber ich repariere dinge auch soweit es mir möglich ist, und versuche zumindest noch ersatzteile oder andere brauchbare dinge daraus zu gewinnen, wenn für eine reperatur im eigentlichen sinne hopfen und malz verloren ist ...